KINDERWUNSCHBEHANDLUNG

IVF – In-vitro-Fertilisation

Die In-vitro-Fertilisation, auch künstliche Befruchtung genannt, ist ein bewährtes Verfahren, bei dem die Eizelle der Frau außerhalb des Körpers mit einer Samenzelle zusammengeführt wird.

Vor der Befruchtung wird der Zyklus mit Hormonen stimuliert. Dadurch reifen mehrere Eizellen gleichzeitig heran. Diese Eizellen werden anschließend mit einer feinen Nadel direkt aus den Eierstöcken entnommen. Dieser Vorgang wird als Ovarialpunktion (Ovum Pick-up oder OPU) bezeichnet.

Im Labor werden die Eizellen mit den Samenzellen vereint. Die befruchteten Eizellen entwickeln sich zu Embryonen, die für einige Tage unter kontrollierten Bedingungen kultiviert werden. Danach wird einer der Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt.

Die IVF gehört heute zu den wirkungsvollsten Methoden, um Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch zu helfen.

Pár sediaci a držiaci sa za ruky a pozerajúci na ultrazvukový snímok bábätka
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Die In-vitro-Fertilisation kann bei verschiedenen Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch zum Einsatz kommen:

  • Verstopfte Eileiter
  • Fehlende Eileiter – z. B. nach einer operativen Entfernung
  • Schlechte Spermiogramm-Ergebnisse
  • Endometriose
  • Drohendes Eierstockversagen
  • Genetische Hinweise
  • Immunologische Indikatoren
  • Idiopathische (ungeklärte) Unfruchtbarkeit 
  • Nach erfolglosen IUI-Zyklen

Preisliste

Für Selbstzahler
Einfrieren des ersten Embryos
220 €
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Die Kosten einer IVF-Behandlung hängen von den gewählten Methoden und dem individuellen Behandlungsplan ab.

Im Basispreis enthalten sind die klassische Befruchtung der Eizellen und eine 48-stündige Embryokultur. Eine verlängerte Kultivierung bis zum Blastozystenstadium kostet 280 Euro. Die ICSI-Methode zur Befruchtung einzelner Eizellen wird mit 520 Euro verrechnet, wenn vier bis fünfzehn Eizellen behandelt werden. Für hormonell stimulierende Medikamente kommen je nach Präparat zusätzliche Kosten hinzu, die meist zwischen einigen Dutzend und mehreren hundert Euro liegen.

Die Erstberatung ist kostenlos und unverbindlich. Dabei erhalten Sie einen individuellen Kostenvoranschlag, basierend auf Ihren medizinischen Befunden und der Ursache der Unfruchtbarkeit. Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren. In einem persönlichen Gespräch klären wir, welche Behandlung in Ihrem Fall am besten geeignet ist.

Verlauf der IVF-Behandlung

In den GYNCARE Kliniken begleiten wir jedes Paar individuell, daher kann der genaue Ablauf der IVF-Behandlung von Paar zu Paar variieren. Die hormonelle Stimulation, die den Beginn der Behandlung darstellt, kann nach verschiedenen Stimulationsprotokollen erfolgen. Dabei wird grundsätzlich zwischen langen und kurzen Stimulationsprotokollen unterschieden.

Da kurze Protokolle nicht nur weniger Zeit in Anspruch nehmen, sondern auch ein geringeres Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen, werden sie in unserer Klinik in der überwiegenden Mehrheit der Stimulationssitzungen verwendet.

Welches Protokoll für Sie am besten geeignet ist, wird auf Grundlage Ihrer persönlichen Bedürfnisse entschieden. Der Verlauf der Protokollarten ähnelt sich und unterscheidet sich lediglich in der Kombination und Dosierung der verwendeten Medikamente.

Sobald das individuelle Stimulationsprotokoll ausgewählt und eingerichtet wurde, wird jeder Patientin genau erklärt, wie und wann die einzelnen Medikamente anzuwenden sind. In der Regel beginnt die hormonelle Stimulation am 2. oder 3. Tag des Menstruationszyklus und dauert etwa 8 bis 10 Tage.

Die Medikamente können bequem zu Hause entsprechend dem vorgegebenen Zeitplan als subkutane Injektionen verabreicht werden. Unser Personal erklärt Ihnen vorab genau, wie Sie dabei vorgehen müssen.

Während der Stimulationsphase finden in der Klinik in der Regel zwei Kontrolluntersuchungen statt. Bei diesen Terminen wird per Ultraschall die Höhe der Gebärmutterschleimhaut sowie der Wachstums- und Reifungsprozess der Follikel in den Eierstöcken überprüft.

Ergänzend dazu werden auch hormonelle Indikatoren aus dem Blut kontrolliert.

Auf diese Weise könenn wir den idealen Zeitpunkt der Eizellentnahme festlegen und bestimmen, wann die letzte Injektion, die für die Reifung der Eizellen erforderlich ist, verabreicht werden muss. Die Anwesenheit eines Partners ist in dieser Phase nicht erforderlich.

Die Stimulation endet mit der Verabreichung der letzten Injektion, die 35-36 Stunden vor der Eizellentnahme erfolgt. Das Einhalten der genauen Zeit ist dabei sehr wichtig, um eine optimale Reifung der Eizellen zu gewährleisten.

Die hormonelle Stimulation wird durch die Punktion der Eierstöcke und die Entnahme der Eizellen abgeschlossen – in der Regel am 12. bis 14. Tag des Menstruationszyklus.

Die Eizellen werden unter kurzer Vollnarkose durch die Vagina mit einer speziellen Punktionsnadel entnommen. Der Arzt arbeitet dabei stets unter Ultraschallkontrolle.Der gesamte Vorgang dauert in der Regel nicht länger als 15 Minuten.

Nach der Eizellentnahme bleibt die Patientin für etwa 2 bis 3 Stunden zur Beobachtung in der Klinik und kann sich in Ruhe erholen. Am selben Tag übergibt der Partner zur gleichen Zeit das Ejakulat, das anschließend im Labor aufbereitet wird und dessen Spermien zur Befruchtung der gewonnenen reifen Eizellen verwendet werden.

Bevor das Paar die Klinik verlässt, wird es über die Qualität und die Anzahl der entnommenen Eizellen, die Parameter des aktuellen Spermiogramms und die Befruchtungsmethodik sowie den Einsatz zusätzlicher Labormethoden zur Erhöhung der Erfolgsrate der Behandlung informiert.

Nach der Eizellentnahme kann die Befruchtung der Eizellen mit der standardmäßigen „klassischen“ IVF-Methode oder mit der ICSI-Methode durchgeführt werden, bei der die Spermien zuvor mit einer der Trennungsmethoden aufbereitet werden können. Bei der klassischen IVF wird eine Probe der Spermien zu den Eizellen gegeben, die dann – ähnlich wie bei einer natürlichen Befruchtung- selbstständig in die Eizellmembran eindringen. Diese Methode eignet sich besonders, wenn der Partner gute Spermiogramm-Ergebnisse hat. Bei schlechten Ergebnissen wird die ICSI-Methode empfohlen. ICSI gehört zu den so genannten Mikromanipulationsmethoden, bei denen ein spezielles Gerät verwendet wird, um Spermien unter mikroskopischer Kontrolle mit einer dünnen Nadel direkt in die Eizelle zu injizieren. Die Erfolgsquote liegt hier bei etwa 80-85%, während die Quote bei der Standardmethode zur Befruchtung zwischen 50-70% liegt.

Die entstandenen Embryonen werden zur Kultur in einen Inkubator gelegt, wo ihre Entwicklung kontinuierlich überwacht wird. Am ersten Tag nach der OPU (Eizellentnahme) prüft der Embryologe das Ergebnis der Befruchtung. Während der gesamten Kulturzeit werden die Embryonen in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Die Patienten werden über die Ergebnisse informiert und ein Termin für den Embryotransfer wird vereinbart. Die Standard-Embryokultur, deren Kosten von der Krankenkasse übernommen werden, dauert in der Regel 48 Stunden. Es dauert jedoch 5 bis 6 Tage, bis das Embryo das Blastozystenstadium erreicht. In diesem Stadium verlässt er seine Schale und ist bereit, sich in die Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Bei einigen Embryonen wird die Entwicklung während dieser Zeit aus verschiedenen, vor allem genetischen Gründen gestoppt. Bei einer natürlichen Empfängnis würde in einem solchen Fall keine Einnistung stattfinden. Bei Embryonen, die das Blastozystenstadium erreichen, ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Empfängnis demnach deutlich höher. Aus diesem Grund bieten wir auch die Möglichkeit einer verlängerten Kultivierung an. Eine verlängerte Embryokultur ist außerdem notwendig, wenn das Paar an Präimplantations-Gentests interessiert ist, da die dafür erforderliche Probe erst im Blastozystenstadium entnommen werden kann. Ein spezieller Inkubator mit eingebauter Kamera – das so genannte Zeitraffersystem (EmbryoScope+) – kann uns auch dabei helfen, einen geeigneten Embryo während der Kultur besser auszuwählen.

Der Embryotransfer findet in der Regel zwischen dem 14. und 21. Tag des Menstruationszyklus statt. Üblicherweise wird ein einziger, lebensfähiger Embryo eingesetzt, während die übrigen Embryonen eingefroren (vitrifiziert) werden. Diese können später verwendet werden, wenn weitere Einpflanzungen erforderlich sind (Kryoembryotransfer). Es werden nur Embryonen eingefroren, die auch nach dem Auftauen eine gute Entwicklungsfähigkeit haben, idealerweise im Blastozystenstadium.
Der Transfer mehrerer Embryonen hat keinen signifikanten Einfluss auf die Erfolgsrate, erhöht jedoch deutlich die Wahrscheinlichkeit von Mehrlingsschwangerschaften.

Der eigentliche Embryotransfer erfolgt unter Ultraschallkontrolle. Ein dünner Katheter wird vorsichtig durch den Gebärmutterhals direkt in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Der Eingriff dauert in der Regel weniger als fünf Minuten und ist schmerzlos. Anschließend sollte die Patientin für einige Zeit Bettruhe einhalten, bevor sie nach Hause gehen kann.

Etwa 10-14 Tage nach dem Embryotransfer wird die Schwangerschaft durch Bestimmung der Konzentration des Schwangerschaftshormons (hCG) im Blut festgestellt. Zuvor können die Werte noch durch die hormonelle Stimulation verfälscht sein.

Während dieser Zeit wird eine unterstützende Behandlung fortgesetzt, um die Wahrscheinlichkeit auf eine erfolgreiche Schwangerschaft zu erhöhen. Leichte Schmierblutungen können gelegentlich auftreten, bedeuten aber nicht automatisch, dass der Zyklus erfolglos war. Ein positiver Schwangerschaftstest ist weiterhin möglich. Deshalb ist es besonders wichtig, die Medikamente weiterhin nach Plan einzunehmen, nicht willkürlich abzusetzen und bei Unsicherheiten Ihren Ansprechpartner oder unsere Beratungsstelle zu kontaktieren. Das Warten auf das Ergebnis einer IVF-Behandlung kann physisch & psychisch sehr belastend sein. Wir empfehlen, diese Zeit mit körperlich wenig anstrengenden Aktivitäten zu füllen. Wenn der Zyklus ohne Komplikationen verlaufen ist, besteht keine Notwendigkeit für Bettruhe oder Krankschreibung.

Erfolgsquote der IVF-Behandlung

Ein gesundes Paar unter 30 Jahren hat im Durchschnitt eine 20-25%ige Chance, auf natürlichem Wege in einem einzigen Menstruationszyklus schwanger zu werden. Ein Paar, das an einer wenig schwerwiegenden oder unbekannten (idiopathischen) Ursache der Unfruchtbarkeit leidet, hat eine etwa 10%ige Chance, mit IUI schwanger zu werden. Im Gegensatz dazu sind die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft mit IVF deutlich höher – im Durchschnitt etwa 50-60% pro Menstruationszyklus, obwohl auch schwerere Formen der Unfruchtbarkeit mit IVF behandelt werden.

Alter, Dauer der Unfruchtbarkeit und deren Ursache haben einen großen Einfluss auf den Gesamterfolg der Behandlung. Es gibt keine Behandlung, die zu 100% erfolgreich ist, und daher liegen Misserfolge leider immer im Rahmen des Möglichen. Es ist jedoch wichtig, den Behandlungsprozess trotz psychischer Belastung durchzuhalten. Der Einsatz bestimmter Labormethoden kann ebenfalls dazu beitragen, die Erfolgsquote der IVF-Behandlung zu erhöhen. Sie können Ihren Arzt oder Embryologen zu deren Einsatz befragen.

Native und Soft Cycle-IVF

Der Unterschied zwischen einer klassischen IVF-Behandlung und einer Native oder Soft Cycle IVF liegt in der Menge der verabreichten hormonellen Stimulation. Dies wirkt sich auch auf das Ergebnis des Zyklus aus – also auf die Menge der entnommenen Eizellen und den späteren Erfolg der Behandlung. Abgesehen von der Stimulation ist das weitere Vorgehen bei beiden Arten von Zyklen ähnlich wie bei einem normalen IVF-Zyklus.

Native IVF

 

Bei der Native ICF wird keine hormonelle Stimulation verabreicht. Stattdessen wird die Follikelentwicklung während des natürlichen Zyklus der Patientin durch den Arzt überwacht. In der Regel reift dabei nur eine Eizelle heran, daher kann die Entnahme ohne Vollnarkose erfolgen.

Da im natürlichen Zyklus nur eine (maximal zwei) Eizellen vorhanden sind, ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Behandlung geringer als bei einer herkömmlichen IVF-Zyklus-Behandlung, bei der eine größere Anzahl an Eizellen entnommen wird. Nicht jede Eizelle wird im Labor erfolgreich befruchtet und nicht jeder Embryo entwickelt sich bis zum Blastozystenstadium.

Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Erfolgsrate wird Natural Cycle IVF nur selten empfohlen. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die konventionelle Stimulation keine Wirkung zeigt. Die Erfolgsquote liegt in der Regel bei weniger als 10–15 % pro Zyklus.


Soft IVF

 

Die Soft Cycle IVF ist fast identisch mit der Standard-IVF, allerdings werden geringere Hormonmengen verwendet und die Stimulationsdauer kann kürzer sein. Die Menge der heranreifenden Eizellen steht jedoch in direktem Zusammenhang mit der Intensität der Stimulation. Daher ist die Anzahl der entnommenen Eizellen tendenziell geringer (in der Regel 2 bis 5) und die Erfolgsquote des Zyklus daher etwas niedriger.

Der Soft-Zyklus eignet sich besonders für Patientinnen, bei denen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Überstimulationssyndroms besteht oder die schlecht auf eine hormonelle Stimulation ansprechen. Manchmal entscheiden sich Patienten aus persönlichen Gründen für einen Soft-Zyklus, wenn sie die Kryokonservierung (Einfrieren) von Embryonen ablehnen und nur eine kleine Anzahl von Eizellen befruchten möchten. Die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Zyklus wird mit etwa 15-17% pro Stimulation angegeben. Die kumulierte Erfolgsrate nach 3 Zyklen liegt bei etwa 30%.

Weitere IVF-Behandlungsmöglichkeiten

Bei geringer Qualität oder fehlender Ei- oder Samenzellenproduktion können Ei- und Samenzellen von Spendern verwendet werden, oder es kann direkt eine Behandlung mit Spenderembryonen durchgeführt werden. Die IVF ermöglicht auch Gentests des Embryos vor dem Transfer in die Gebärmutter, wobei nicht nur die Anzahl und Struktur der Chromosomen (PGT-A/PGT-SR), sondern auch das Vorhandensein bestimmter Erbkrankheiten (PGT-M) untersucht werden kann.